Buchtipps und Lesung im Januar 2006
Reggie Nadelson, Russische Verwandte, Piper, 14,00 Euro
Im Sand von Brighton Beach liegen die Kleider eines Kindes und kurz darauf wird ein totes asiatisches Mädchen gefunden, dem diese Kleider offensichtlich gehörten. Das T-Shirt ist blutbefleckt. Bei den Untersuchungen stellt sich jedoch heraus, dass die Jacke, die bei den Kleidern lag, Billi, dem Neffen des Polizisten Artie Cohen gehören. Billi war mit dem Mädchen befreundet, das T-Shirt hatte sie ihm geschenkt. Als Artie sich bei den Eltern nach seinem Patenkind erkundigt, erhält er nur ausweichende Antworten. Er fängt an, in der Verwandtschaft, in der alle wie auch er selbst - russische Wurzeln haben, Auskünfte einzuholen und muss feststellen, dass er keine Antworten bekommt sondern er mit immer neuen Fragen und Ungereimtheiten konfrontiert wird. Reggie Nadelson hat einen überaus spannenden und beunruhigenden Roman geschrieben, bei dem man kaum wagt, umzublättern.
Gay Longworth, Haut und Knochen, Knaur 8,95 Euro
Wie bereits in »Bleiche Knochen« ermittelt DI Jessie Driver in ihrer selbstbewussten, etwas forschen Art, mit der sie oft den Unmut ihrer männlichen Kollegen erregt. In den düsteren Kellergemäuern einer alten Badeanstalt wird eine mumifizierte männliche Leiche gefunden, die immer wieder neue Rätsel aufgibt. Aber nicht nur dieser schwierige Fall und der Streit mit ihrem Kollegen Mark Ward (mit dem sie auch schon im ersten Fall jede Menge Ärger hatte), machen ihr zu schaffen, sondern auch ihre Beziehung zu dem Popsänger P.J. Dean, den sie während der Ermittlungsarbeiten bei ihrem ersten Fall kennen gelernt hat (seine Ehefrau war das Mordopfer).
Manda Scott, Wer einmal Gutes tut, blanvalet 8,95 Euro
Die Empfehlung des Glasgow-Krimis von Val McDermid ist ein guter Tipp für Leser von dunklen, bösen und nicht zimperlichen Romanen. Orla McLeod ist Undercoverspezialistin und hat als einzigste Polizistin einen Einsatz überlebt. Sie ist eine intelligente, offene und psychologisch begabte Frau. Darum gelingt es ihr auch, das Vertrauen eines Jungen zu gewinnen, der auch überlebte und scheinbar der einzige Zeuge eines Verbrechens ist. Tord Svenson ist nicht nur der Polizei, sondern auch die Unterwelt von Glasgow verhasst, da er buchstäblich über Leichen geht und vor keiner Gräueltat zurückschreckt. Er hat nicht mit der Stärke und Bessenheit von Orla McLeod gerechnet. Ein starkes Buch!
Bret Easton Ellis, Lunar Park, Kiepenheuer & Witsch, 22,90 Euro
Das idyllische Leben einer Familie wird gestört. Es fängt mit kleinen Ungereimtheiten an. Ein junger Fan sieht aus wie Patrick Bateman aus der Verfilmung von „American Psycho“, Jungen verschwinden aus der Nachbarschaft....ist dies alles Einbildung oder passieren diese Dinge wirklich? Die Geschichte einer Familie wird zur Horrorvision wie bei Stephen King. Schein und Sein, Realität und Phantastereien sind die Werkzeuge des Autors. Ist dieser Roman wirklich autobiografisch? „Ganz gleich, wie entsetzlich die geschilderten Ereignisse erscheinen mögen, eines dürfen die Leser nie vergessen, wenn sie das Buch in Händen halten: Alles beruht auf Tatsachen, jedes einzelne Wort ist wahr. Was mich am meisten quält? Da niemand wusste, was in diesem Haus vor sich ging, hatte auch niemand Angst um uns.“ Bret Easton Ellis
Neu im Januar:
Ulrich Ritzel, Der Hund des Propheten, btb, 9 Euro
Leif GW Persson, Die Profiteure, btb, 9 Euro
Raymond Khoury, Scriptum, rororo 9,90 Euro
Julie Parsons, Sündenherz, Knaur 8,95 Euro
David Zeman, Das Pinocchio-Syndrom, Goldmann, 8,95 Euro
Charlotte Lind, Am Ende des Schweigens, Goldmann, 9,95 Euro
Robert Hültner, Inspektor Kajetan und die Betrüger, btb, 9,00 Euro
Helge Thielking, Destino, Tod in der Karibik, Knaur, 8,95 Euro
Andreas Albes, Der Schatz, dtv, 14,00 Euro (Ein Bagdad Thriller)
Patricia MacDonald, Ein Fremder im Haus, dtv, 14,50 Euro (ein Pysychothriller)
Jodi Compton, Sechsunddreißig Stunden, Heyne, 7,95 Euro (Sarah Pribek ist Spezialistin im Aufspüren für Vermisste, diesmal geht es um ihren Ehemann)
Lesung in englischer und deutscher Sprache
Montag, 23. Januar, 20.00 Uhr
Peter Robinson stellt seinen neuen Roman mit Chief Inspector Alan Banks vor: Kein Rauch ohne Feuer.
Den deutschen Text liest: Heiko Deutschmann Eine Veranstaltung von Ullstein und glatteis Eintritt: 6 Euro; Voranmeldung unter 201 48 44
In dem neuesten Fall geht es um einen Killer, der Feuer legt. Der Krimi spielt im Kunstmilieu. Es geht um Kunstfälschungen, um Familiengeheimnisse und dunkle Verstrickungen. Peter Robinson stellt seinen 14. Kriminalroman vor.
Detective Chief Inspector Alan Banks ist verantwortlich für Kapitalverbrechen in North Yorkshire. Er ist geschieden und hat einen Sohn. Ein attraktiver Mann, wirkt auf Frauen, sieht aber nicht wirklich gut aus. Liebt Musik über alles, mag alte Filme, hat Sprachwitz. Banks ist ein Außenseiter, aber gesetzestreu, geht seinen eigenen Weg und hat Intuition.