Buchempfehlung März 2006
Jean-Christophe Grange, Das schwarze Blut, Ehrenwirth
oder das tragische Ende einer Brieffreundschaft.
Mark Dupeyrat, Journalist in Paris, stürzt sich nach dem Tod seiner großen Liebe in ein zweifelhaftes Abenteuer als Paparazzo zusammen mit seinem Freund, einem Fotografen. Die Flucht in dieses Leben kann ihm seine Depressionen nicht nehmen. Er hatte es schon versucht als Pianist und Starreporter. Als Gerichtsreporter will er das Urmerkmal des Verbrechens kennen lernen. Er war enttäuscht. Er kam nicht weiter.
Er hörte von Jacques Reverdi, ein Massenmörder in den Tropen.
Er sieht ein kleines Foto von seiner Verhaftung in Kambodscha und Fotos, danach wurde Reverdi in die Psychiatrie abgeschoben. Reverdi war Freitaucher und verdiente sein Geld mit Touristen.
Mark Dupeyrat plant ein Buch über diesen Frauenmörder zu schreiben.
Er beginnt ihm Briefe zu schreiben als Elisabeth. Er hat sich vorbereiter und veröffentlichte Briefe gelesen, die Frauen verurteilten Mördern ins Gefängnis schickten, eine Mischung aus Verständnis und Sex.
Seine Briefe scheinen Volltreffer zu sein. Reverdi fordert nach wenigen Briefen Offenheit von Elisabeth, er will unter ihre Haut vorstoßen. Er hat sich in seine Brieffreundin verliebt. Erst benutzt den Anwalt als Kurier, später findet er die Möglichkeit, per email aus dem Knast heraus schnell zu antworten.
Mark Dupeyrat macht einen entsetzlichen Fehler. Er schickt Reverdi ein Foto von Khadidja. Das Foto eines schönen, unbekannten Models, aus dem Fotolabor seines Freundes. Reverdi ist hingerissen.
Mark reist nach Kuala Lumpur. Reverdi gibt ihm die Reiseroute vor. Mark sieht, riecht und fühlt die Orte der Verbrechen. Er kommt dem Wahnsinn des Bösen immer näher. Er schreibt sein Buch: SCHWARZES BLUT
Und kehrt nach Paris zurück. Der Alptraum ist noch lang nicht zu Ende, er beginnt erst wirklich für Khadidja und Mark.
Grange, der berühmte Autor von Die purpurnen Flüsse zeigt mit dem neuen Roman seine ganz große Klasse.
Es ist der beste Kriminalroman des Frühjahrs. Mystisch, hart, gut und literarische Spitze.
Kurze Empfehlungen von Neuerscheinungen:
Hans-Werner Kettenbach, Zu Gast bei Dr. Buzzard, Diogenes
Beziehungsroman, der in Georgia spielt. Um zwei Paare mit sehr unterschiedlichem Eheleben, einem Mann, der von seiner Frau betrogen wird und die leckere Gelegenheit sich zu rächen nicht nutzt. Warum?
Sebastien Japrisot, Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr, Aufbau
Neuauflage eines köstlichen Krimis, die Frau mit der Sonnenbrille, die Leiche mit Gewehr im Kofferraum und der Besuch am Meer.
D. B. Blettenberg, Null Uhr Managua, Pendragon
Max Nordmann reist nach Managua im Auftrag der Regierung. Der Bürgerkrieg ist zwar vorbei, aber der Krieg geht weiter und Ruben Dario spielt mit. Politthriller der besten Sorte.
Leonardo Padura, Handel der Gefühle, Union
Zweiter Band des Havanna-Quartett: Frühling. Mario Conde, ein sympathischer Held untersucht den Mord an einer Lehrerin. Ein Kuba-Krimi und Liebesroman.
Paco Ignacio Taibo, Die Rückkehr der Schatten, Assoziation A
Mexiko City 1941. „Dieser herrliche Roman liest sich, als hätten James M. Cain und Dashiell Hammett mit Gabriel Garcia Marquez zusammengearbeitet“.
Gabriel Trujillo Munoz, Tijuana Blues, Union
..Fehlt noch was?”
„Nun, das Motiv, die Waffe und der Mörder.“
„Sonst nichts?“
Morgado lächelte wie in den alten Zeiten, als er ein blutjunger Anwalt war, der direkt von der Uni kam und politische Gefangene verteidigte.
„Stoßen wir auf die Lösung dieser verworrenen Geschichte an,“ schlug Atanasio vor.
„Stoßen wir auf die verlorenen Fälle an, companero. Sie sind die größte Errungenschaft Anfang dieses Jahrhunderts.“
Leif Davidsen, Der Feind im Spiegel, Zsolnay
Zwei sehr unterschiedliche Männer jagen den selben Terroristen. Per Toftlund, Polizist aus Kopenhagen und Vuk, ein ehemaliger Killer, dessen verdeckte Identität durch den 11. September aufgeflogen ist.
Sehr aktueller Politthriller, tolle Figuren, eine Reise um die halbe Welt.
Charles Bukowski, Den Göttern kommt das grosse Kotzen, KIWI
Illustriert von Robert Crumb. Tagebuch von 1991 bis 1993.
Übersetzt von Carl Weissner.