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glatteis rundbrief 72

Lesetipps und Lesung im Dezember 2008
 
Zum 70. Todestag von Friedrich Glauser (1896-1938) am 8. Dezember 2008 erinnert das SYNDIKAT, die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, an seinen „Schutzpatron“, der als der Vater der deutschsprachigen Kriminalliteratur gilt. In verschiedenen Städten wie z.B. Hamburg, Wien, Bamberg und der Criminale 2009-Stadt Singen werden aus diesem Anlass Lesungen stattfinden.
 
In München wird bereits am Samstag, 6. Dezember ab 17 Uhr in der Buchhandlung des großen Vorbilds vieler Krimiautoren gedacht:
Der Autor Robert Hültner liest aus seinem mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman ausgezeichneten Roman „Die Godin“. Angela Eßer, Sprecherin des SYNDKATs, wird mit der Jury-Organisatorin des Friedrich-Glauser-Preises, Heidi Rehn, ein Gespräch über Preisträger und Juryarbeit für diesen einzigartigen Autorenpreis führen. Dazu gibt es ein Glas Wein und etwas zu knabbern.
 
Eintritt 5€ - Voranmeldung: Tel 089-201 48 44 oder email: info@glatteis-krimi.de
 
 
Lesetipps
 
Hilmar Klute, Herzkammerjäger, blanvalet, 7,95 Euro


Achtung Gauner und Ganoven in München! Im Schlachthofviertel räumt seit drei Krimis Wilhelm Gossec auf, im Englischen Garten klärt Max Wetzel auch noch den kuriosesten Fall, Jonas Vogel und Tabor Süden sind seit Jahren im gesamten Stadtgebiet, in Sachen Fährtensuche gar bis nach Italien und Rostock unterwegs. Und jetzt taucht da auch noch Joseph Celle als Privatdetektiv auf. Sein Revier: die Maxvorstadt mit Ausläufern bis nach Grünwald.
Hilmar Klute, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, dort Streiflicht-Autor, hat sich die neue Figur erdacht. Er ist – laut Verlag – bekennender Krimifan. Sein Debüt: Amüsant und spannend. Seine Sprache: stilsicher und pointenreich. Seine Personage: liebenswert. Da gibt es: den Weinkenner, den Bierliebhaber, den Katzenfreund, einen Journalisten, Zarah Leander, etliche Leichen und ein kleines Schmuckkästchen mit einem Geheimnis. Lesen!  
 

 
Serge Joncour, Ultraviolett, Klett-Cotta, 17,90 Euro


„Der Schatten von Patricia Highsmith ist nie besonders fern“ steht auf der Rückseite des Buchs. Wohl war und schon nach wenigen Seiten Lektüre unverkennbar. In „Ultraviolett“ von Serge Joncour heißt Ripley Boris, es gibt eine spannende Szene in einem Boot, schöne Frauen, den verlorenen Sohn, viel Sonne, Hitze, flirrende Luft und das Gefühl einer subtilen, stetig anwachsenden Bedrohung bis hin zur entscheidenden Konfrontation. Und doch ist „Ultraviolett“ keine französische Kopie der Großmeisterin. Vielmehr das entlarvende Porträt einer Familie, die ihre sehr eigenen Methoden der Problemlösung praktiziert. Das Buch ist bisher in 18 Sprachen übersetzt und in Frankreich verfilmt.
 


John Misto, Des Teufels Stimme, Fischer Taschenbuch, 8,95 Euro


Bei einem Einbruch im Kloster St. Michael wurde ein Raum total verwüstet – gestohlen offenbar aber nichts. Um die Ermittlungen zu erleichtern, werden den verstörten Schwestern die Fingerabdrücke abgenommen. Die routinemäßige Überprüfung versetzt die ermittelnden Polizisten in helle Aufregung: ein Fingerabdruck gehört der vor 20 Jahren verschwunden Anna Brennan. Sie ist als dreijähriges Mädchen während der Christmette in St. Michael verschwunden und nie wurde auch nur die leiseste Spur von ihr oder dem Täter gefunden. Greg Raine, einer der ermittelnden Beamten verfolgt die alten Spuren und deckt gegen alle Widerstände (der Vater des Mädchens ist inzwischen ein hoher Politiker) das unbegreifliche Geschehen von damals auf. 
 


Richard A. Clarke, The Scorpion’s Gate, Goldmann, 8,95 Euro 


Ein aufregender Politthriller, zwar schon letztes Jahr erschienen, aber erst jetzt im Regal entdeckt. Die Amerikaner sind aus dem Irak abgezogen, Islamisten haben das saudische Königshaus gestürzt und den Staat Islamijah gegründet.  Die wichtigsten Ölquellen sind in der Hand der Al-Qaida-Sympathisanten. Die USA, China und der Iran kämpfen um das wertvolle Öl und drohen mit ihren Atomwoffen. Keiner weiß, wer hinter den Attentaten in Bahrein steckt , jeder verdächtigt jeden und jeder hört jeden ab. Ein Atomkrieg steht kurz bevor – die Agenten Brian Douglas und Russell McIntyre versuchen, diesen Krieg in letzter Minute noch zu stoppen. Sehr spannend und absolut logisch und glaubwürdig erzählt.
Der Autor ist Antiterrorismusexperte und war lange Zeit als Berater im Weißen Haus tätig, bis er 2003 auf eigenen Wunsch ausschied. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker der Bush-Regierung.
 


Léo Malet, Corrida auf den Champs Elysées und Makabre Machenschaften am Boul’ Mich, Distel Verlag, 14,80 Euro


    
Im Distel Verlag, der die schön gestaltete französische Noir-Serie herausgebracht hat (Manchette, Pouy etc). kommt jetzt Nestor Burma zurück, der französische Detektiv, mit dem in Frankreich die Kriminalliteratur seinen Anfang nahm. 1958 erhielt Malet für seine Romane den »Grand Prix de l’Humour noir«. Denn Nestor Burma, der durchaus an die amerikanischen Detektivklassiker erinnert, blickt im Gegensatz zu diesen, mit einem distanzierten, spöttischen Blick auf den Lauf der Dinge und es liegt im fern zu versuchen, die Welt vor allem Bösen zu retten.
 


Neuerscheinungen:
Mo Hayder, Ritualmord, Goldmann, 19,95
Mo Hayder, Die Sekte, Goldmann, 8,95
Elizabeth George, Doch die Sünde ist scharlachrot, blanvalet 24,95
Jo Nesbø, Schneemann, Ullstein, Ullstein, 19,90
Cody McFadyen, Das Böse in uns, Lübbe, 19,95
Ingrid Noll, Das Kuckuckskind, Diogenes, 21,90
Val McDermid, Schleichendes Gift, Goldmann, 8,95
Thomas Kastura, Der vierte Mörder, Knaur,8,95
Tomasz Konatkowski, So sollt ihr sterben, List,8,95
Ruth Rendell, Die Liebe eines Mörders, Goldmann, 8,95
 
 
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